Gastronomie und Soziale Netzwerke

Jul 18, 2018 | Internet

GASTRONOMIE UND SOZIALE NETZWERKE SIND WIE HUND UND KATZ

Gastronomie und Hotellerie haben einen grossen Vorteil gegenüber anderen Industrien: sie handeln mit und verkaufen Emotionen. Wer das noch nicht weiss, der braucht dringend eine Gastronomieberatung. Emotionen sind es auch, wonach in der Regel soziale Netzwerke verlangen. Wenn also eine Fanseite einer Gastronomie auf z. B. Facebook Langeweile versprüht, bei Instagram kaum ein Lebenszeichen von sich gibt und auch sonst mit einer miesen Website daherkommt, kann der Laden an sich nicht viel bieten.

EMOTIONEN. WOHER NEHMEN?

In seinem Gastronomiebetrieb begegnet der Wirt täglich an die 1000 Male einer Emotion. Kommen wir runter auf den Boden der Realität und betreten einen durchschnittlichen Laden ohne Sterne und Ansprüche und machen dann 100 statt 1000 Emotionen pro Tag, denn der Wirt muss auch noch zwischendurch arbeiten. Er oder sie kann sich einer Dauer-Emotionalisierung nicht hingeben. Ok. Alles klar. Gastronomie und soziale Netzwerke wollen mit Bedacht verbunden werden.

Von den 100 Emotionen will ich fünf echte Knaller sehen. Wo? Bei Facebook, bei Instagram und auf Google My Business. Und weil ich Emotionen gerne habe, will ich sie auch noch gebündelt bei Pinterest vorfinden können. Alles klar?

FAKT

Ja, ich weiss. Der Versuch einem Wirt einen guten Rat zu erteilen, ist utopisch.
Wirte wissen alles.

Vor allem wissen sie alles besser. Sie sind mit ihren Läden jeweils der Nabel der Welt. Gut so. In Ordnung. Und trotzdem: diesen Rat schenke ich euch.

PRODUKTIV AUF SOCIAL MEDIA

Der produktive Einsatz – also das aktive Verteilen der Emotionen auf den sozialen Netzwerken dauert im Schnitt 5 Minuten pro Tag und Netzwerk.

Interaktionen (verteilt auf den ganzen Tag) mit Posts und Kommentaren von Fans und Gästen fressen gut und gerne zusammengerechnet eine ganze Stunde. Insgesamt braucht der schlaue Wirt jedoch maximal eine Stunde und dreissig Minuten pro Tag um seine Präsenz auf Social Media behaupten und ausbauen zu können. Entweder macht der Chef das selbst oder aber er/sie bestimmt einen cleveren Mitarbeitenden seines/ihres Vertrauens dafür oder aber man leistet sich einen Experten, der die soziale Präsenz mächtig aufmischt. So sieht das aus. Gastronomie und soziale Netzwerke geht.

SOZIALE NETZWERKE – MEINE EMPFEHLUNG

1. FACEBOOK ist immer noch ein Muss, 3/Tag
2. INSTAGRAM auch, 5/Tag
3. TWITTER muss nicht zwingend, wenn aber schon, dann 3/Tag
4. PINTEREST eventuell, 1/Tag
5. Für YOUTUBE haben Sie keine Zeit
6. GOOGLE+ ein Zeitfresser mit wenig Wirkung – als Alibiübung und Hoffnung auf besseres Ranking in der Suchmaschine: vielleicht. Ganz sicher aber GOOGLE MY BUSINESS – mindestens EIN Post pro Woche

Snapchat bedarf gesonderter Überlegung je nach Zielpublikum (Alter).

SOCIAL MEDIA – VERHALTEN BEI FACEBOOK

Erzählen Sie kontinuierlich eine Alltagsgeschichte aus Ihrem Laden. Dokumentieren Sie den (Arbeits-)Alltag so authentisch, wie es/er ist. Sie brauchen dafür kein Skript! Verwenden Sie kurze Texte, Bilder und Kurzvideos. Wichtig dabei: gestalten Sie Ihre Geschichte täglich (neu) und als Fortsetzung. Setzen Sie einige und zum Thema passende Hashtags in die Posts hinein

Lassen Sie so diejenigen Gäste, die gerade nicht bei Ihnen vor Ort sein können, an dem Geschehen teilhaben und wecken Sie Sehnsüchte. Gestalten Sie Ihre Alltagsgeschichten interessant und machen Sie damit neue Gäste auf sich und den Laden aufmerksam und neugierig. Zeigen Sie, was hinter den Kulissen abgeht!

Folgen, liken, kommentieren und teilen Sie in erster Linie Posts Ihrer Fans im News-Feed. Verbinden Sie sich aber auch mit anderen Gastronomiebetrieben, Lieferanten, Produzenten, Marken usw. und denken Sie daran, dass der soziale Gedanke im Vordergrund steht. Beziehen Sie also auch Beiträge von anderen mit und in/auf Ihrer Fanseite. Teilen/Veröffentlichen Sie also auf Ihrem Kanal zum Thema passende Neuigkeiten anderer Facebook-Fanseiten.

INSTAGRAM

Publizieren und veröffentlichen Sie qualitativ hochwertige Fotografien (Produkte, Geräte, Stimmung usw.) aus Ihrem Laden/Umfeld/Alltag, sowie kurze aber informative Videos, wie es z. B. hinter den Kulissen Ihres Ladens aussieht. Und bitte entspannen Sie sich und denken Sie daran: Sie müssen kein Komiker sein. Nicht jedes Kurzvideo muss zwingend ein Lacher werden.
Kurze Textnachrichten mit zum Thema passenden Hashtags runden Ihre Präsenz auf Instagram ab. Folgen und verbinden Sie sich mit Ihren Gästen auf Instagram – liken und kommentieren Sie ihre Beiträge. Folgen, liken und kommentieren Sie auch fremde Instagram-Konten, die auch Ihr Thema behandeln.

TWITTER

Für kurze, schnelle Status-Updates verwenden Sie Twitter. Ihre Statusmeldungen bitte mit Bild oder Video veröffentlichen. Auch hier gilt der soziale Gedanke: folgen und interagieren Sie mit Tweets anderer Nutzer.

PINTEREST

Pinterest eignet sich sehr gut dazu, wenn Sie ein online Archiv von z. B. tollen Bildern Ihrer Gerichte, Cocktail-Kreationen oder Stimmungen in Ihrem Laden (für die Ewigkeit) anlegen möchten. Posts bei Pinterest haben eine deutlich längere „Lebensdauer“ und können viel einfacher & immer wieder nach vorn geholt werden (repinnt werden) als all die Statusmeldungen bei Facebook, Twitter oder Instagram. Ihre Aktionen bei Pinterest können Sie entspannt planen und diese am Abend oder an Wochenenden durchziehen. Täglich mindestens ein Update und Ihr Pinterest-Konto erwacht zum Leben.

YouTube – Wenn Sie wirklich Zeit und Mittel (gute Ausrüstung, Geld, spannende/interessante Idee usw.) haben und in der Lage sind hochwertige „Werbevideos“ zu und über Ihren Laden zu produzieren, dann machen Sie es unbedingt! Sollten Sie aber nichts davon griffbereit haben und wohl ahnend, dass nach drei oder vier Filmbeiträgen nichts mehr auf dem YouTube-Konto gehen wird, dann lassen Sie es lieber bleiben.

Google+ – kurz gesagt: es kann nicht schaden und kann gleichzeitig ganz ausgeblendet werden. Ein durchschnittlicher Gastronomiebetrieb wird bei Google+ nicht wirklich für Weltbewegung sorgen. Fragen Sie sich einfach selbst, auf welchem Netzwerk Ihre Kunden (Altersgruppe nicht aus der Überlegung ausblenden) zuhause sind.

Grundsätzlich ist zu bedenken, dass die Pflege eines jeden Netzwerks Zeitaufwand bedeutet und somit kostet. Wie viel Zeit haben Sie? Eine Stunde und dreissig Minuten pro Tag brauchen Sie garantiert. Und nun das Wichtigste: Präsenz auf Social Media zu markieren ist gut. Regelmässig einzelne Posts auf Facebook, Instagram und Tweeter zu bezahlen, ist besser. Zwar „schiessen“ sich soziale Netzwerke mit der fortwährenden Manipulation der Algorithmen für „organische Reichweite“ selbst ins Knie und werden früher oder später platzen, wie damals im März 2000 die Dotcom-Blase, doch noch sind sie zu gebrauchen und zu benutzen.

Mein Geheimtipp ist Pinterest. Dieses soziale Netzwerk wird Facebook, Instagram und Tweeter locker überdauern. Es scheint einfach „sozialer“ zu sein als die anderen Plattformen.