SEO – alles für die Katz?

Sep 10, 2020 | Business

Kurz und knapp: wer keine Lust oder Zeit hat den ganzen Beitrag zu lesen und trotzdem meinen guten Rat in seine Überlegungen zu „wie erobere ich das Web“ einbeziehen möchte:

Nimm Geld in die Hand und lasse Deine Webpräsenz ordentlich für Suchmaschinen optimieren. Kaufe Google Ads – durchgehend für mehrere Monate. Nutze täglich soziale Netzwerke (Facebook, Instagram & Pinterest – mindestens). Pflege täglich Dein Google My Business Konto und poste täglich Google Web Stories. Mach einfach. Und ja, Du kannst auf bezeichnende Domains verzichten – noch.

Das wär’s.

SEO – Suchmaschinenoptimierung ein Auslaufmodell

Die Suchmaschinenoptimierung von Websites, wie wir sie heute kennen, hat kaum Zukunft und wird beinahe ersatzlos gestrichen werden. Demnächst. In den kommenden Jahren. Vielleicht schon 2025. Auch diese Jobs werden wegfallen. Nicht etwa weil die Digitalisierung sie wegfressen wird. Nein. Wir, also „Suchende“ im Netz bzw. Nutzer der Suchmaschinen, wie z.B. Google (und bleiben wir bei der grössten Suchmaschine im Web) werden diesen Aufwand übergehen bzw. darauf gänzlich pfeifen. Letztendlich wird Google selbst den Schalter betätigen, spätestens dann, wenn Voice Search alles übernimmt. Es wird um viele Websites dunkel werden. Schwarz. Still. Wer bis dorthin keine gute Position in den Suchmaschinen innehält, fällt aus dem Index raus.

Spätestens dann wird man um bezeichnende Domains froh sein. Garantiert. Mehr dazu aber weiter unten im Text.

SEO – Suchmaschinenoptimierung auf Zeit

Die Suchmaschinenoptimierung von Websites wird deshalb zweitrangig werden, weil das Leben junger Generationen sich nicht mehr auf der Website google.com usw. abspielt sondern vermehrt in den sozialen Netzwerken und weil die Suchart an sich sich verändert.

Der Aufwand, der jetzt noch durchaus anspruchsvoll ist, damit eine Webpräsenz eine solide Sichtbarkeit im Internet erhält, wird in naher Zukunft entweder deutlich anspruchsvoller oder dann eben obsolet werden, setzt man voll & ganz auf Präsenz in den sozialen Netzwerken. Deshalb ist es heute wichtig und zwingend die eigene Website ordentlich für Suchmaschinen zu optimieren und für die Zukunft vorzubereiten.

Die Zeit wird weniger, um eine ordentliche Positionierung bei Google für sich einzunehmen und zwar bis das Tippen in der Suchmaske ganz von der Sprache ins Mikro abgelöst wird. Wer bis dorthin seine Hausaufgaben nicht erledigt hat, wird es später deutlich schwerer haben irgendwo in den Ergebnissen der Suche zu erscheinen. Das wiederum scheinen die meisten SEO-Experten zu übersehen und Kunden nicht zu wissen. Aufklärung ist nötig. Deshalb dieser Beitrag.

Wie? Weshalb wird Suchmaschinenoptimierung aussterben?

Es ist kein Geheimnis, dass jede online Präsenz sich genau gleich verhält, wie das Leben offline. Pay-to-Play heisst das einfache Modell. Wer im Netz zahlt, erscheint. Wer sich täglich drum bemüht und an der Optimierung seiner Inhalte für Suchmaschinen Zeit und Arbeit investiert, gewinnt. Wer dies nicht macht, bleibt irgendwo auf der Strecke. Dazu kommt noch das Verhalten der Nutzer, welches dazu führen wird, dass Inhalte und deren Plätze im Web neu gemischt werden.

Soziale Netzwerke diktieren den Rang & Google übernimmt. Ein fragwürdiges Modell

Seitdem Google die Präsenz von Websites und das Nutzerverhalten in den sozialen Medien in seinen Algorithmus derart stark einbezieht und gewichtet, kann von einer standhaften SEO-Arbeit keine Rede mehr sein. Selbstverständlich ist eine eigene Website nicht mit einem Profil auf Facebook & Co. zu vergleichen und sollte niemals aufgegeben werden. Doch werden 100 Likes & Klicks, 10 Kommentare – ganz egal wie banal, stärker in den Suchergebnissen im Web bewertet und gewichtet als eine solide, voll optimierte Webpräsenz. Krass, nicht wahr?

Wohin führt das? Diese Frage stelle ich mir täglich. Ich mache für meine Kunden On- und Off-Page SEO. Recht erfolgreich und gern. Und wenn ich das Verhalten dazu von Google prüfe, wird mir anders ums Herz. Der laute Schrei auf Facebook oder Instagram oder Twitter zählt mehr im Web als ein guter Blogbeitrag auf der eigenen Seite. Das gepinnte Bild bei Pinterest erreicht eine bessere Position in den Suchergebnissen bei Google als ein sauber optimiertes Bild auf der Website.

Websites, die regelmässig Google Ads kaufen, erscheinen auch in der organischen Suche besser platziert und stärker vertreten. Wird bezahlte Werbung eingestellt oder für eine Weile pausiert, fällt einiges an Sichtbarkeit wieder in sich zusammen. Gefühlt. Aber auch gemessen. Krass, nicht wahr?

Verdummung am Laufmeter als Mass aller Dinge?

Die Kontrolle über Inhalte behalten, ist eine gute Sache. Die eigene Website ist und bleibt der wichtigste Kommunikationskanal mit der Welt. Diesen würde ich niemals aufgeben wollen. Betrachte ich Facebook und Co. als Ansammlung von Profilen und Spiegel der Gesellschaft (welche Gesellschaft auch immer gemeint sein mag), sehe ich für mich selbst nichts Gutes. Ich mag es nicht.

Sicher, ich muss nicht allem und jedem folgen – tue ich auch nicht. Und sicher muss ich mich nicht an egal welchen Diskussionen beteiligen. Doch bleibe ich stumm oder den Netzwerken fern, bleibe ich auf der Strecke. Ich existiere dann quasi nicht mehr. Als Beobachter stelle ich vermehrt fest, dass das Niveau der Unterhaltung in den sozialen Netzwerken deutlich fällt und an Wert abnimmt. Inhalte sind entweder hohl und ohne jegliche Substanz oder reine Werbung. Selbstinszenierung.

Geschockt bin ich immer wieder von TikTok. All die Beiträge, die mir unaufgefordert aufs Mobile gelegt werden, stossen mich ab. Und doch erreiche ich die (noch) meisten Menschen genau über diesen Kanal. Krass.

All die bescheuerte Werbung auf Facebook, die unaufgefordert im Newsfeed erscheint, löscht mir ab. Sie ist meist unwahr, täuschend und nur noch absurd.

Die Ego-Tweets sind öde. LinkedIn versucht nicht ganz so banal zu wirken und wird trotzdem von Gossip überschwemmt. Alles verlorene Zeit. Meine Lebenszeit. Trotzdem so stark von Google für Reihenfolge der Ergebnisse in der Suche gewertet, gezeigt, verkauft.

Wer kauft heute noch SEO?

Es sind die älteren Damen und Herren. Es sind die Menschen, die schon vor zwanzig Jahren etwas darüber gehört haben, dass es von Vorteil sei die Website für die Suche ordentlich optimiert zu bekommen. Es sind Menschen meines Alters – beinahe 50 Jahre alte Kaliber.

Den jungen Leuten kannst Du kein SEO verkaufen. Sie brauchen es nicht. Es interessiert sie kaum, wo eine Website in den Ergebnissen bei Google erscheint. Sie kümmern sich nicht drum, denn sie wissen es nicht. Sie tauschen sich auf Facebook & Co. aus. Nichts dagegen einzuwenden. Echt nicht. Bis du nicht dort, wo die kommende Generation (Kunden & Follower) ist, bist du nicht existent. Ist eine einfache Rechnung. Google folgt dieser Mathematik. Erfindet das Rad nicht neu. Auch gut. Und genau das führt dazu, dass SEO entweder extrem hart und schwer oder eben einfach nur noch nutzlos wird. Lauf der Dinge.

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Wird Google-Suche nutzlos werden?

Ganz im Gegenteil! Wir werden zwar nicht unsere Suche in eine Suchmaske eintippen, jedoch Google Assistent, Alexa und Co. für unsere Suche einsetzen. Von irgendwoher müssen dann ja die Ergebnisse und Antworten gezogen werden. Spätestens dann ist eine gute Positionierung in den Suchergebnissen wichtig. Diese gilt also jetzt aufzubauen. Einen guten Dienst erweisen dabei „bezeichnende“ Domains. Domains also, die aus Suchwörtern bestehen.

Wenn Sie etwas zu Essen bestellen möchten, wäre es einfach die entsprechende Domain aufzurufen. Sagen Sie dann in Ihr Mobile oder in Ihr stationäres „Suchgerät“: essen.ch und Sie werden direkt auf die Website essen.ch weiter geleitet. Dort bestellen Sie sich Ihr Mahl (vorausgesetzt diese Domain beinhaltet auch Essen, welches bestellt werden kann). Sagen Sie stattdessen: Ich habe Hunger und möchte etwas zu essen bestellen. Dann werden Ihnen drei Auswahlmöglichkeiten vorgesagt. Die drei Varianten sind es dann, die die Plätze 1 bis 3 in den Ergebnissen der Suche belegen. Alles klar?

Wenn Sie eine bezeichnende Domain nutzen und dementsprechend auf der Website Produkte oder Dienstleistungen auch anbieten, steigt die Chance deutlich, dass Ihre Website „angezeigt“ oder eben vorgekaut wird, wenn ein Suchwort im Namen der Domain enthalten ist. Der Nutzer muss den Namen Ihres Unternehmens nicht kennen. Er oder sie muss sich auch nichts merken sondern einfach den Wunsch, also die Worte an sich aussprechen. Sind diese Worte in Ihrer Domain enthalten, entsprechen dann die vorgelesenen Ergebnisse eher der Suchanfrage.

Keine bezeichnende Domains verfügbar?

Falls Sie keine derartige Domains haben und auch keine mieten oder kaufen möchten, dann müssen Sie dafür sorgen, dass Ihr Unternehmen (Brand) bekannt und den Konsumenten geläufig wird. Dazu müssen Sie aktiv Digital Branding betreiben. Sie müssen den Namen Ihres Unternehmens unters Volk bringen. Wenn Sie McDonalds heissen und der Nutzer, der Hunger hat und etwas essbares bestellen möchte, Ihren Firmennamen in sein Mobile oder ein anderes Suchgerät spricht, ist der Fall klar. Er oder sie muss sich dann nicht um sonstige „Wörter“ sorgen sondern einfach den Brand, den er oder sie kennt, aufrufen.

Digital Branding betreiben Sie, wenn Sie täglich soziale Netzwerke mit Ihren Inhalten bespielen. Wenn Sie mit Ihren Fans und Followern interagieren und selbstverständlich auch, wenn Sie Werbung bei Google schalten und nicht zuletzt Ihre Website für Suchmaschinen ordentlich optimieren. Lieber heute als in einigen Jahren.