SOCIAL MEDIA SCHWEIZ

Was der Schweizer privat auf Social Media kann, das kann er als Unternehmer nicht. Leider.
Resümierend – aus meiner Analyse der letzten Monate, darf ich die bittere Pille verteilen und offen gestehen, dass Schweiz Social Media nicht kann und diese Behauptung mache ich bewusst pauschal und ohne grosse Umschweife. Doch woran liegt das?

Das Gefühl sagt mir (aber auch viele Gespräche mit Firmeninhabern), dass des Schweizer falsche Bescheidenheit, seine Natur und Mentalität, sein bis in die letzte Pore konservatives Sein dafür verantwortlich sind, weshalb sein Social Media ohne Rock’n’Roll bleibt. Und dies ist kein Geheimnis. Man muss sich nur den News-Feed eines x-beliebigen Schweizer Unternehmen auf Facebook oder Twitter ansehen. Hier wird ganz locker der Informationsfluss zurück gehalten bzw. das Geld verschenkt, denn hier im Social Web wird die Ressource Social Media nicht genutzt.

ANGST NEGATIV AUFZUFALLEN

Vielleicht ist es die Angst davor, man würde rasch den Eindruck vermitteln, man wolle unbedingt etwas verkaufen, würde man Social Media täglich und ausgiebig nutzen. Man möchte eher zurückhaltend sein und zeigen, dass man zwar da ist, jedoch lieber nicht all zu sehr auf sich aufmerksam machen und ja nicht aggressiv vorgehen – das gehört sich nicht! Falsch.

Dieses Verhalten kann nur auf Unwissenheit zurück geführt werden. Die meisten Firmen verfügen im Hause nur bedingt über Mitarbeitende, die Social Media zum Rocken bringen könnten und dürfen. Somit werden Experten und Agenturen damit beauftragen für eine solide Social Media Präsenz zu sorgen. Jedoch weshalb es diese Agenturen nicht schaffen zu Arbeiten oder zumindest dem Auftraggeber reinen Wein einzuschenken, bleibt mir für immer verschlossen. Einen Auftrag nimmt man gern entgegen. Rechnungen schreiben macht auch Spass. Leistung zu erbringen ist eine andere Sache. Lieber alles behutsam und langsam angehen. Ja nicht zu viel Druck machen… Schlimm.

YES. IT’S TRUE. I WIN & YOU LOSE

USA kann Social Media. USA schert sich wenig um Bescheidenheit oder drum anderen Platz zu lassen – wo auch immer. Natürlich ist nicht alles Gold, was über den grossen Teich zu uns rüber schwappt – Gott bewahre, und nicht alles sollte Nachahmer finden! Jedoch etwas mehr Ellenbogen, Frechheit, Druck und Lautstärke (ich nenne das Arbeiten auf Social Media) würde dem Schweizer überhaupt nicht schaden. Hier kann der Schweizer von seinem Mitbewerber aus den USA lernen. Hier hat er auch die Chance ihn zu schlagen.

Schweiz braucht sich nicht zu verstecken. Schweizer Unternehmen dürfen laut und gross auf Social Media agieren, denn Schweizer Erzeugnisse sind klasse! Da werden sagenhafte Produkte kreiert, lobenswerte Leistung erbracht und auf Social Media nehmen viel zu wenige wirklich Notiz davon. Vielleicht sollte jedes Unternehmen sich Nachhilfe bei der Schweizer Tourismus-Branche holen. Hier sieht man schnell wie das gemacht wird.

Der Schweizer Unternehmer bleibt bis auf Weiteres auf Social Media stumm und bedient Facebook und Co. wie schon vor 5 Jahren: nicht so gern und nur 1x die Woche. Das muss reichen. Well done Swiss. Well done & good night.